Kreditzinsen
Fragt man Verbraucher, worauf sie bei einem Kreditangebot achten, dann wird die am häufigsten genannte Antwort der Zinssatz sein. Denn schließlich bestimmt der Zinssatz, wie hoch die zu zahlende Rate für den Kredit ist.
Dieser Ansicht kann zunächst einmal nicht widersprochen werden, wenngleich der Zinssatz kein fester Wert an sich ist, sondern dass er sich aus unterschiedlichen Faktoren zusammensetzt und dass es sich in dem Zusammenhang durchaus lohnt, wenn Verbraucher vor Abschluss eines Kreditvertrages einen Anbietervergleich durchführen.
Denn die Banken „verstecken“ eine ganze Reihe von Kosten, die mit dem eigentlichen Kredit nichts zu tun haben, im so genannten Effektivzinssatz. Ist bei einem Kreditangebot lediglich der Nominalzinssatz angegeben, so weiß der Verbraucher zwar, für wie viel Geld die Bank ihr Geld verleiht; er weiß aber noch lange nicht, welche zusätzlichen Kosten auf ihn zukommen bzw. wie sich diese Kosten auf den Zinssatz auswirken. So muss das Hauptaugenmerk auf dem Effektivzinssatz liegen, also dem Zins, der alle mit der Kreditvergabe entstandenen Kosten berücksichtigt. Nicht umsonst sind Banken seitens des Gesetzgebers verpflichtet, den Effektivzins anzugeben. So können die Verbraucher nicht mehr so ohne weiteres in die Irre geführt werden, wenn sie quasi im Vorbeigehen auf günstige Kredite zur Finanzierung von Haushalt und Auto angesprochen werden. Vor diesen „Lockangeboten“ schützt im Übrigen auch der so genannte Zweidrittelzinssatz, also der Zinssatz, der angibt, dass mindestens Zweidrittel aller Antragsteller einen Kredit zu diesen genannten Konditionen erhalten haben.
Das böse Erwachen kommt dann quasi beim näheren Hinsehen, wenn es also um die konkrete Ausgestaltung des Kreditvertrages geht und wo dann die weiteren Kosten sichtbar werden.
Denn längst ist es üblich, dass neben den allgemeinen Verwaltungskosten, die der Bank durch die Bearbeitung entstehen, auch die Gebühren für die Geldbeschaffung und eventueller Provisionen Einfluss auf den Zinssatz haben, dies gilt auch für Online Kredite. Nicht zuletzt ist ein großer Kostenfaktor im Zusammenhang mit der Kreditvergabe aber die Restschuldversicherung. Oftmals kann darauf gut verzichtet werden, wenn der Verbraucher anderweitig Vorsorge getroffen hat für den Fall, dass ihm aus wirtschaftlichen Gründen die Zahlung der Kreditraten nicht mehr möglich ist bzw. er sogar verstirbt. Der Abschluss einer Risikolebensversicherung ist dabei allemal besser als der Abschluss dieser teuren Kreditausfallversicherung.
Nicht zuletzt hat auch die Laufzeit des Kredites Einfluss auf den Zinssatz. Da liegt der Grund allerdings eher darin, dass die Banken bei einer langen Kreditlaufzeit dem Kreditnehmer eben für einen längeren Zeitraum den Zinssatz zusichern müssen und bei einer kurzen Laufzeit entsprechend besser abschätzen können, wie sich der Kapitalmarkt entwickelt, um so einen günstigeren Zinssatz festzusetzen. An den üblichen Nebenkosten ändert die Wahl der Laufzeit indes nichts.
